Episode 043 mit giftigen Lippen, Opium und blickendem Becher

Jetzt ist er da, dieser Sommer. Und er ist warm. Zu warm. Wenn ihr diese Episode hört, sollte es zumindest hier im Ruhrgebiet aber schon wieder abgekühlt sein, sodass man sich auch wieder vor deie Tür wagen kann. Aber ansonsten hier der ultimative Tipp gegen die Hitze: Wenn die Sonne auf das Fenster knallt, Rolladen runter, Füße in ein kühles Fußbad und in einem guten Buch versinken…

“A Brightness Long Ago” von Guy Gavriel Kay

Guy Gavriel Kay nimmt uns in seinem neuen Roman wieder mit in die Welt von Children of Earth and Sky – also eine Fantasy-Version des Italiens der Renaissance im 15. Jahrhundert. Er erzählt die Geschichte zweier Söldner-Generäle und zweier Figuren, die in den Veränderungen dieser Zeit einfach nur ein gutes Leben leben wollen, aber zu Spielfiguren in einem großen Spiel werden. A Brightness Long ago ist dabei komplex, emotional, philosophisch, nachdenklich, komisch und lebendig. Eine fast perfekter Roman an der Grenze zwischen Fantasy und Historienschinken.

“Im Zeichen der Mohnblume” (“Poppy War”) von R.F. Kuang

Im Zeichen der MohnblumeDie Schamanin von RF Kuang

“Poppy War” (erscheint im Januar 2020 als “Im Zeichen der Mohnblume” auch auf deutsch) ist der beste Beweis dafür, dass die Phantastik durch eine größere Vielfalt nur gewinnen kann. Die junge Autorin R.F. Kuang erzählt die Geschichte der jungen Rin, die als Kriegswaise und Pflegekind zweier Opiumschmuggler einen Platz an der Eliteakademie in Sinegard bekommt.

Was sie dort erlebt und sie Ereignisse, die sich von dort entspinnen werden nicht nur Rins Leben verändern, sondern die gesamte Welt. Es geht um Krieg, Traumata und den schmalen Grat zwischen Mensch und Monster. Kuang liefert spannende und thematisch aktuelle wie tiefschürfende Fantasy.

“Die Töchter von Ilian” von Jenny-Mai Nuyen

In “Die Töchter von Ilian” erzählt Jenny-Mai Nuyen die Geschichte des Untergangs des “alten Volkes”, der durch eine Legende um den Frieden aller Völker ausgelöst wird. Wir begleiten die Königin des kleinen Volks, einen Elfen und einen Menschen auf ihrer hindernisreichen Suche nach den vier Iliaden, die den Frieden zwischen den Völkern herstellen können sollen.

Das Worldbuilding liefert einige spannende Grundideen, wie Menschen, die dem “kleinen Volk” unterlegen sind und in nomadischen Stämmen leben, oder einen Trans-Elf. “Die Töchter von Ilian” ist komplexe und sprachlich schöne Fantasy mit vielen sehr interessanten Grundideen. Die Handlung ist an vielen Stellen jedoch leider recht zäh und unnötig umständlich.

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